Tolle Moral beschert SV Thülen Sieg in Wadersloh

TuS Wadersloh – SV Thülen 4:5 (3:1)

Am 4. Spieltag in der Landesliga Westfalen ging es für die Fußballdamen des SV Thülen zum Auswärtsspiel nach Wadersloh. Der Aufsteiger stand mit 0 Punkten aus den ersten 3 Partien mit dem Rücken zur Wand und musste unbedingt punkten. Diese Vorgabe erteilte allerdings auch SVT-Coach Leikop seiner Mannschaft. Man wollte sich beim Liga-Neuling keine Blöße geben und alle Punkte mit auf die Heimreise in dem neuen Vereinsbulli nehmen. Nur so konnte man sich im oberen Mittelfeld der Tabelle festsetzen.

Leikop vertraute weitesgehend seiner Startformation, die auch schon vor Wochenfrist gegen den BV Werther siegreich war. Lediglich zwei Veränderungen gab es in der ersten Elf. Im Zuge der Rotation bekam Luisa Becker den Vorzug vor Zoe Brinkmöller. Eine kleine Überraschung gab es allerdings auf der Torwartposition. Für die etatmäßige Stammtorhüterin Nicole Roßbroich rückte Sina Seipel zwischen die Pfosten. Die Feldspielerin befindet sich seit Wochen schon im Aufbautraining nach ihrer Kreuzband-OP Anfang März. Um langsam wieder reinzukommen hat sie im Training den Job der Torfrau übernommen und konnte dabei überzeugen.

Unter strengen Corona-Vorschriften für die Akteure und Zuschauer wurde die Partie auf dem Kunstrasenplatz im Kreis Warendorf angepfiffen. Schon früh zeigte sich, dass der Favorit die Punkte nicht im Vorbeigehen mitnehmen wird. Da hatte der Tabellenvorletzte einiges dagegen. Die TuS-Damen waren greller in den Zweikämpfen und spielten mutig nach vorne. Es wurde gleich turbulent und die Partie war geprägt von Hektik und rassigen Duellen. Der SV Thülen, der darauf bedacht war, immer eine spielerische Lösung zu finden, kam nicht gut ins Spiel. Durch eigene Fehler machte man sich das Leben selber schwer. Allerdings schafften die Grün-Weißen in der 19. Spielminute den Führungstreffer. Spielführerin Anna Hammerschmidt war es, die den Torreigen an diesem Spieltag eröffnete.

Der TuS Wadersloh steckte trotz des Rückstands nicht auf sondern bot dem Landesliga-erfahrenen SV Thülen ordentlich Paroli. In der 33. Spielminute konnte sich der Gastgeber dann für den Einsatz belohnen. Ein Sonntagsschuss in den Knick war für Thülens Schlussfrau Sina Seipel unhaltbar. Bis zum Halbzeitpfiff konnte der Aufsteiger sogar noch zwei weitere Treffer nachlegen.

Diese fielen in der 38. und 39. Spielminute. Begünstigt wurden die unnötigen Gegentore durch individuelle Fehler auf Thülener Seite.

Nach dem Seitenwechsel reagierte Trainer Leikop und brachte die wieder genese Victoria Rollmann für Carolin Lingenauber in die Partie. Zudem nahm der Coach ein paar taktische Veränderungen vor. Dadurch nahm der Gast aus dem HSK immer mehr das Heft in die Hand. Das Spielgeschehen verlagerte sich weitesgehend in die Hälfte der Blau-Weißen. Trotz allem musste man bei den Gegenstößen des Gastgebers immer auf der Hut sein. Hier bekam die Thülener Abwehrreihe ordentlich zu tun. Auch wenn sich die Thülener Kickerinnen wieder gut in die Partie reingefuchst hatten, der nächste Treffer sollte zu allem Übel auf Seiten des Gastgebers fallen. Dieser konnte in der 73. Spielminute auf 4:1 erhöhen. Der SV Thülen schien zu diesem Zeitpunkt mausetot zu sein.

Es war nur noch etwas mehr als eine Viertelstunde zu spielen und man musste mindestens noch drei Tore erzielen um überhaupt etwas Zählbares mitzunehmen.

So richtig mochte im ersten Moment keiner daran glauben, dass das überhaupt möglich sein sollte.

Doch die zahlreichen Zuschauer sollten eines besseren belehrt werden. Nur zwei Minuten nach dem 4:1 verkürzte Anna Hammerschmidt auf 4:2 (75.). Es schien doch noch was drin zu sein für die Kickerinnen vom Thülener Scheid. Die SVT-Damen starteten nun ein Powerplay und zeigten endlich welchen Fußball sie spielen können. Technisch und auch spielerisch war man dem Tabellendreizehnten überlegen und spielte diese Überlegenheit nun auch endlich aus.

Der TuS Wadersloh wusste sich dagegen nur durch Foulspiele zu wehren. Dieses bekam unter anderem Teresa Schulte zu spüren. Auf dem Weg zum 4:3 wurde sie im Strafraum regelwidrig von den Beinen geholt. Dem Schiedsrichter blieb nichts anderes übrig als auf Strafstoß zu entscheiden. Diesen verwandelte Thülens Nummer 10, Anna Hammerschmidt, sicher zum 4:3 (78.).

Jetzt hatte der Thülener Tross Lunte gerochen und wollte natürlich noch mehr. Und es ging auch noch mehr für die Elf aus dem Altkreis Brilon.

Wieder konnte eine Thülener Spielerin nur durch ein Foulspiel gebremst werden. Dieses Mal war es Jessica Krefeld, deren Angriff nicht regelkonform gestoppt wurde. Auch der Freistoß war ein Fall für Kapitänin Hammerschmidt. Klar, dass sich Anna „the hammer“ diese Chance nicht entgehen ließ und den Ball zum 4:4 in die Maschen hämmerte (80.). Damit hatten die SVT-Damen innerhalb von nur knapp 6 Minuten die Uhren wieder auf Null gestellt und die Verhältnisse wieder gerade gerückt.

Damit aber nicht genug. Jetzt wollte man auch alle drei Punkte mit auf den Rückweg ins Sauerland nehmen. Der SV Thülen spielte somit voll auf Sieg und gab nochmal alles.

Die Belohnung für die tolle Moral war dann der viel umjubelte Siegtreffer in der 86. Spielminute. Als wäre die Partie nicht schon verrückt genug gewesen setzte Thülens Neuzugang Katja Betten noch einen drauf. Die klein gewachsene Offensivspezialistin erzielte das Tor zum finalen 5:4 mit dem Kopf. Sturmpartnerin Rebekka Imöhl hatte danach sogar die Chance auf 6:4 erhöhen und damit den Sack endgültig zu zumachen. Doch leider sprang ihr Ball von der Querlatte zurück ins Feld.

Mit vereinten Kräften konnte man dann den knappen Vorsprung über die Zeit bringen und den mehr als verdienten zweiten Saisonsieg einfahren. Sichtlich erleichtert und mit strahlenden Gesichtern ging es dann auf den Heimweg. Durch den Auswärtssieg haben sich die SVT-Damen vorläufig auf den 5. Tabellenplatz vorgeschoben.

Für den SV Thülen spielten:

Sina Seipel, Saskia Schrewe (56. Zoe Brinkmöller), Jessica Krefeld, Neele Dietrich, Luisa Becker (89. Leonie Feistkorn), Carolin Lingenauber (46. Victoria Rollmann), Celine Klärner, Anna Hammerschmidt, Teresa Schulte, Katja Betten und Rebekka Imöhl

Tore:

4 x Anna Hammerschmidt

1 x Katja Betten

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